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97723

Von

Dr. H. S. Anton.

Festgabe

des

Lehrer-Collegiums des Naumburger Domstifts-Gymnasii

zur

Feier des zweihundertjährigen Jubiläums

und der
Einweihung des neuen Gebäudes
des Königlichen Dom-Gymnasiums •zu

Halberstadt

Erfurt, 1875.
Verlag von Carl Vilaret.

- -), -

Dass ich Manfred wählte, um mit ihm die Darstellung der Charactere in Lord Byron's Werken zu beginnen, hat darin seinen Grund, dass Viele glauben, Byron habe an ihm sein eignes Denken und Fühlen schildern wollen, gerade wie Goethe im Faust sein ganzes Ich von der Sturm- und Drangperiode an bis zur Erfahrung des gereiften Mannes niederlegte, und dass, wenn diese Annahme wahr ist, keine andere Dichtung so geeignet sein dürfte, uns einen Blick in die unruhig wogende Seele Lord Byron's thun zu lassen. Ob es mir freilich gelungen, hier Seiten aufzufinden, nach denen noch Niemand geschaut, steht dahin: ich halte es selbst nicht für möglich, über Byron's inneres Leben so viel Licht zu verbreiten, wie z. B. über Goethe's, der selbst so viel von dem, was ihn bewegte, im Gedicht, und auch in ihm nicht unklar und verdeckt, aussprach; aber eine relativ richtige Vorstellung von dem Drängen und Treiben des genialen Mannes

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