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Vorwort: /847

MAIN Die Dürftigkeit unserer meisten englischen Wörterbucher, sowie das kostspielige ihrer Anschaffung für den Unbemittelten, veranlasste mich im vorigen Winter, ein Wörterbuch zu dem vielgelesenen Vicar of Wakefield auszuarbeiten. Der Druck desselben wurde jedoch durch verschiedene Umstände verzögert, vorzüglich aber dadurch, dass die Engelmann'sche Buchhandlung, der ich dasselbe zugeschickt hatte, eine Ausgabe des Textes nach der von Scott besorgten damit zu verbinden wünschte. Es war mir dies um so angenehmer, da viele Erläuterungen, denen ich eine Stelle im Wörterbuche angewiesen hatte, füglicher als Anmerkung unter den Text gehörten.

Um dem Schüler die Aussprache zu erleichtern, habe ich jedes Wort mit einem Accent versehen, und über die Bedeutung desselben vorn eine kurze Erklärung gegeben, die, soll anders die Accentuation von Nutzen sein, genau zu beachten ist. In den Anmerkungen wird man hoffentlich keine schwierige und der Erklärung bedürfende Stelle übergangen finden. Einige, zum Verständniss durchaus nothwendige Erklärungen baben ihren Platz, statt unter dem Texte, im Wörterbuche erhalten, weil dasselbe auch ohne Text verkauft werden soll. -- Die Quellen, aus denen ich schöpfte, sind fast überall angegeben, und ich habe absichtlich solche gewählt, die (wie Niemeyer's Beobachtungen auf Reisen) bei hinlänglicher Sicherheit dem jungen Leser auch zugänglich sind.

Bei Anfertigung des Wörterbuches sah ich vorzüglich auf Vollständigkeit, und glaube mit Recht behaupten zu können, dass auch nicht ein einziges Wort fehlt, und keine wichtige und schwierige Redensart unerklärt geblieben ist. Die Aussprache wurde jedem

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Worte, so gut es sich thun liess, beigefügt, und vor dem Wörterbuche eine Erläuterung der Bezeichnung gegeben, weil bekanntlich die Laute der englischen Sprache nie ganz genau durch unsere Schriftzeichen angedeutet werden können, z. B. der Laut des kurzen ó, der nicht wie unser 0, aber auch nicht wie a lautet.

Obgleich eine nicht unbedeutende Anzahl von Ausgaben unsers Vicar, selbst der mit Acęenten und Anmerkungen versehenen, existirt, so hoffe ich doch, dass meine Arbeit nicht ganz nuizlos sein wird, wenn sie gleich das nicht leistet, was sie leisten sollte. Unter den neusten und besten Ausgaben für den Schulgebrauch steht die von Herrn Plessner in Stralsund obenan, die neben Anmerkungen auch ein Wörterbuch enthält. Ich würde gewiss mit der vorliegenden nicht aufgetreten sein, wären mir nicht bei einer nur flüchtigen Ansicht der Plessner'schen Edition im Texte wie im Wörterbuche mehrere Mängel entgegengetreten (im letztern fehlen unter andern die Wörterbackward, benevolent, cat, consent, convey, drop, descant statt dessen dissert - guiltless, imprudent, justness, mother; ausserdem alle Pronomina und die meisten der Zahlwörter). Auch ist der Preis der Plessner'schen Ausgabe (1$ Thlr.) für ein Schulbuch zu hoch. Bielefeld, im August 1830.

Der Herausgeber.

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Vorwort zur zweiten Auflage.

Kaum sind fünf Jahre seit dem ersten Erscheinen dieser Ausgabe des Vicar of Wakefield verflossen und die 2000 Exemplare starke Auflage ist schon vergriffen,

Vorwort.

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für mich ein erfreulicher Beweis, dass diese Arbeit nicht ganz unnütz gewesen, aber zugleich auch eine dringende Aufforderung, allen Fleiss auf die Vervollkommnung derselben zu verwenden. Was ich vermochte, habe ich gethan und mit aufrichtigem Danke die Winke beachtet, die mir ein Recensent in der A. L. Z., sowie der Herr Professor Wagner in Marburg zur Verbesserung dieser Arbeit gegeben haben. Dieselben betrafen theils die Anmerkungen, theils die Aussprache. Manches jedoch, was ausgestellt wurde, konnte ich nicht ändern, namentlich das, was der Recensent in der A. L. Z. an der Bezeichnung der Aussprache auszusetzen fand, da die Laute der englischen Sprache nie ganz genau durch unsre Schriftzeichen angedeutet werden können, und es gleichviel ist, ob man z. B. die Aussprache des Wortes world durch 'world oder durch uörld bezeichnet (indem das o in world weder wie unser o, noch wie ö lautet, sondern vielmehr zwischen beiden Lauten sehwebt), wenn nur der englische Laut des Buchstabens genau angegeben und vorher gesagt ist, es solle derselbe stets mit oder ö bezeichnet werden. Der Recensent gesteht selbst, dass das o in dem angeführten Worte eben so wenig durch die Schrift bezeichnet werden könne (also auch nicht durch ö), wie der Ton des é und r in wonder; soll man aber desshalb jeden Versuch, die Laute der englischen Sprache durch unsere Schriftzeichen wiederzugeben, geradezu zurückweisen und tadeln?

In der Aussprache bin ich fast immer der W ner'schen englischen Sprachlehre gefolgt und habe nur auf sie hingewiesen. Ausserdem wurde Lloyd's Grammatik citirt; Seebo hm's leichter Führer und dessen Lehrgebäude der englischen Aussprache aber unberücksichtigt gelassen , da beide Bücher nur wenig verbreitet zu sein scheinen. Die Verbesserungen in dieser Hinsicht werden sich in der neuen Auflage schon bei einer nur flüchtigen Vergleichung mit der ersten

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auf's sichtbarste darstellen. Auch in den Anmerkungen ist das Irrige berichtigt und, vorzüglich aus den Briefen eines Verstorbenen , Manches hinzugefügt. Einige Artikel musste ich jedoch aus Mangel an Hülfsmitteln unverändert lassen. Die 1833 erschienene Ausgabe des Vicar vom Dr. Possart ist genau verglichen, bietet aber wenig Eigenes, sondern besteht fast nur aus einer Zusammenstellung fremder Erklärungen, die zum Theil schon in der ersten Ausgabe von mir benutzt wurden.

Schliesslich bemerke ich noch, dass mir Belehrungen jederzeit höchst willkommen sein sollen, und ich jeden beachtenswerthen Wink dankbar benutzen werde. Heimsen, im August 1835.

Schaub.

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Diese neue Auflage ist ein unveränderter Abdruck der zweiten, indem der Herausgeber wesentliche Verbesserungen vorzunehmen nicht im Stande war. Der, ungeachtet eines in Leipzig erschienenen Nachdrucks, rasche Absatz der ziemlich starken zweiten Auflage hat den Unterzeichneten in der angenehmen Ueberzeugung befestigt, dass vorliegende Ausgabe des Vicar nicht unbrauchbar sei; nur wünscht derselbe, dass diese Auflage nicht, wie die vorige, in unehrliche Hände fallen möge. Heimsen, im August 1838.

Der Herausgeber.

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