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Personen, die sich außerhalb der festgelegten Grenzen befånden, zu bemachtigen, und nach England zu schiden. Diefe beiden Artikel bewilligten, wie man fieht, sehr wichtige Privilegien, und wenn man dazu noch das Recht fügt, Justiz verwalten zu kdanen, ro findet sich, daß damals fast alle Macht der Regiea rung den Directoren und ihren Agenten überlassen war. (Band 1. S. 82).

Man bediente sich dieser neuen Gewalt im weis testen Umfange, und verdoppelte die Unstrengungen, um alle Privatgeschäfte der bei der Compagnie Unges stellten zu hintertreiben ; aber hauptsächlich, um die strengen Befehle, welche die Europäer betrafen, in Ausübung zu bringen. Alle, welche irgend einen Vers badit erregten, wurden ergriffen und nach England eingeschifft. Man mußte fid), sagt Herr Mil, dieser It a ufmann 3 - Race entledigen, die Eingriffe in das Monopol machten, und denen man den Schimpfs namen interlopers anhångte. Shnen schrieb man hauptsächlich den Verlust und die Unglüdsfälle zu, die jedoch in ganz andern Ursachen ihren Gțund hats ten. Einer dieser Gewaltstreiche machte in England viel Aufsehen, und gab im Jahre 1666 zu lebhaften Streitigkeiten, zwischen den beiden Häusern Beranlass fung. Thomas Skinner, ein Kaufmann aus London, der in Indien Privatbesigungen hatte, wo er von eis nem Könige dieses Landes die Insel Barella gekauft hatte, expedirte von dort im Jahre 1657 eines feiner Schiffe mit einer reichen Ladung. Die Ugenten der Compagnie bemachtigten sich des Schiffes, der Waaten und selbst der Insel Barella. Um die Reclamatios nen so lange wie möglich zu verzigern , welche, wie fie wohl glaubten, Skinner nicht verfehlen würde, zu erheben, sobald er nach England zurü&gekommer wäre, verweigerten sie ihm die Ueberfahrt auf ihren Schiffen, und er sah sich gendthigt, den langen Weg zu Lande zu unternehmen, um sich nach Europa zu begeben. Nadı unzähligem Unglú& kam er endlich dort an, und wandte sich mit seinen Klagen an die Res gierung. Unfangs ward die Sache vor eine Conmifs fion des geheimen Rath. gebracht, und von da ans Oberhaus veriviesen. 218 die Compagnie den Befehl erhielt, auf die Klage zu antidorten, weigerte fie fich anfangs; die Surisdiction des Oberhauses anzuerkennen, unter dem Vormand, daß, da es nur ein Up pellationsgericht sei, so wäre es incompetent, über eine Sache in erster: Instanz zu il entscheiden. Diese Erception ward verworfen. Die Compagnie appeditte darauf an daß Unterhaus. Die Lords, unwillig bačs åber, schritten zum Urtheil, und erkannten dem Stle. ger 5000 Pf. St. als. Entschådigung zu. Die ihres Theils erzúrnten Mitglieder des Unterhauses, die ihre Muth an dem Oberhause nicht auslassen konnten, wandten diefelbe gegen das unglüdlidie Schlachtopfer, das schon so viel gelitten hatte. Thomas Skinnet ward als Gefangener in den Thurm geschickt. Die durch diese Vorgänge aufs Deußerste aufgebrachten Lords erklärten die von der Compagnie an das Unters haus gerichtete Petition für lägenhaft und anstófig. Dieses erklärte feines Theils, daß der, welcher zur Execution des Urtheils : des Oberhauses zu Gunsten Skinners die Hand bieten würde, als Verleger der Rechte und Freiheiten der Gemeinden Englands.bes trachtet werden solle, und als ein solcher, der die Privilegien ihres Haufes verlebt habe. Diese Streis tigkeiten wurden von beiden Theilen mit solcher Era bitterung fortgefeßt, daß der König. es für nothwen: dig erachtete, das Parlament ficbenmal zu vertagen und da er fah, daß die Streitigkeiten jedesmal wizs der aufgegriffen wurden, so ließ er die Mitglieder der beiden Hauser nach Whitehatt kommen, und durch Ueberredungsmittel erlangte er et endlich, daß fie fich

verpflichteten, aus ihren Protocollen alle Bota, Ben Ich lůle und andere Ucten zu streichen, die auf diese Ungelegenheit Bezug hatten. So endigte endlich ein Streit, deisen beide I heile übrigens anfingen, múde zu werden. Das Opfer und der Untergang eines In dividuums fchien wie gewdhnlich von geringer Wicha tigkeit zu seyn. Skinner erhielt teine Entschädigung. (Band 1. S. 88. 89. 90).

Unerachtet des hohen Schußes von Seiten del Untérhauses, in dení die Compagnie ihre meisten Theilnehmer zählte, und unerachtet der Verfolgungen gegen die interlopers in Indien, gewannen doch ihre Handelsoperationen noch keine große Ausdehnung, und ihre Schulden würden täglich großer. Die Hols länder fuhren fort, viel vortheilhaftere : Geschäfte zu machen, weil sie mit ihren Niederlassungen weniger prahlten. Herr Mill stellt in dieser Beziehung fole gende Beobachtungen an.

Factoreien für den Handel mit Ufien, nach dera Vorbild derer der Indischen Compagnie gebildet, was ten bas natürliche Resultat der vereinigten Fonds (joint stock). Die Administratoren oder Directoreni zogen vielmehr Vortheil aus dem Patronat, welches sie durch diese Niederlassungen erhielten, deren Profit

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fie allein jogen, als aus den einfachen Handelivors theilen der Compagnie, von denen fie nur einen uns bedeutenden Theil erhielten. Die Sorge, moclche die Directoren dafür trugen, dem Publicum die Kenntniß von den Ungelegenheiten der Compagnie zu verbergen, war ein Hinderniß, den Belauf der Schulden mit Ge. nauigkeit kennen zu lernen; aber dem Anschein nach waren sie in dieser Zeit fehr' beträchtlich. Im Jahr 1676 behauptete man in England, Fie beliefen sich auf 600,000 Pf. St., und wir haben gefeben, das schon im Iahre 1674 die contrahirten Schulden 34 Surate die Summe von 135,000 Pf. St. betrugen. In den Jahren 1682 und 1683 autorisirten die Dis rectoren die. Agentschaft von Bengalen, eine Anleihe von 200,000 Pf. zu machen, und in den beidere folgenden Jahren wurden die Anleihen durch die eins zige Niederlassung zu Bombay bis auf 300,000 Pf. gesteigert. Es ist sehr wahrscheinlich, daß damals die Schulden schon das Capital überstiegen.

Um diese Zeit jedoch fing die Compagnie an, ihre Lufmerksamkeit auf den Handel mit China fu riche ten. Der erste Auftrag, welcher zur Einführung des Thees gegeben wurde, damalê ein Gegenstand der Neugierde, dessen Gebrauch aber «feitbein fo allgemein

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