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Konig hatte aber die Ehre dieser Verbindung seiner eigenen Nichte, der Prinzessin Carolina Umalia Elis sabeth, Tochter des Herzogs von Braunschweig und Sr. Majestát Schwester, der Prinzessin Uuguste, zu: gedacht. Auch scheint es, daß der König diesen Plan schon einige Zeit vorher, ehe er förmlich vorgeschlagen wurde, gehabt hat; denn er machte ihn zu einem Gegenstand seiner Familiencorrespondenz, und in zwei Briefen an seine Schwester, die Herzogin von Brauns schweig, gedachte er dieses Gegenstandes. Ebenso ges wiß ist es aber auch, daß die Herzogin von der Mdgå lichkeit ganz überzeugt war, daß ihre Tochter zur Ges mahlin des künftigen Konigs von England“ gewählt werden würde, und ihre Hoffnung deßhalb einer ihrer Hofdamen mitgetheilt habe; Doch muß man audy gua gestehen, daß es an vernünftigen Einwürfen gegen eine Verbindung zwischen so nahen Berwandten, 'die noch keine Gelegenheit gehabt hatten, sich kennen zu lernen, ebenfalls nicht fehlte. ':.

Da der vorl&ufige Einwurf, welchen der Prinz von Wales unaufhörlich gemacht hatte, als ihm Vers heirathung anempfohlen wurde, jegt beseitigt zu feyn schien, so war eé Sr. Majestæt einzige Sorge, ihm auch eine feste Haushaltung zu geben. Er hoffte mit

Gewißheit, daß die Bande des håutlichen Lebens ihn jener Gefellschaft entreißen, die er als Vater und Souverän nicht billigen konnte, und ihn diesen schade lichen Gewohnheiten einer nuglosen Verschwendung entfernen würde, die der Grund von seinen Geldvera legenheiten war, und deßhalb verlangte er auch von dem Prinzen die Einwilligung zur Berbindung mit der Prinzessin von Braunschweig. Diese Anforderung wurde in einer Zeit geniadt, ale fich reine Şúlfs. mittel in einem gånzlich erschöpften Zustande befan. den, seine Gläubiger ihn auf das Heftigste bedrånga ten, und er einige Ehrenschulden bezahlen mußte ; eben deßhalb erschien ihm aber auch die Aussicht auf Mettung, selbst bei einiger Zufopferung, als höchst wünschenswerth. Das Bildniß der Prinzessin von Braunschweig, weldies dem Prinzen, von Wales übers reicht wurde, stellte ein sehr hübscher weibliches Wea. fen dar ; der Herzog von York, der sie an ihres Par ter3 Hofe gesehen , sprach günstig von ihr, und das schriftliche Versprechen des Königo, dal, im Fall der Berheirathung, seine Schulden bezahlt, das Einkoms men vermehrt und seines Vaters Zuneigung ihm wies der zu Iheil, werden sollte, mirkten ebenfalls zu Gun. ften der Berbindung. Auch fragte er einige von seis

nen vertrautesten Freunden um Rath, und diese was ren der Meinung, daß er seine Zustimuung geben möchte, was er demgemäß auch that...ig'i " O". Da diese Sache nun so weit gediehen war, machte Georg III. zu Anfange des Jahres 1797, nach ein nigen vorläufigen Winken über diesen Gegenstand, dem Herzog von Braunschweig, den förmlichen Vors schlag zu einer Verheirathung zwischen dem Pringen von Wales und der Prinzessin Caroline. Der Her30g fragte feine Tochter fogleich über ihre Meinung, und ihre Mutter zeigte unverholen ihr Vergnügen darüber; die Prinzessin dagegen vernahm die Natha richt mit Ruhe, die fast an Gleidigültigkeit grenzté. Daß ihre Familie die vorgeschlagene. Verbindung als ein großes Glúč ansab, und ficher auch ihre eigene Glücfeligkeit dabei beachtet haben möchte, gab sie zu;- allein ihr Herz blieb bei dieser Aussicht unges rührt; sie verweigerte: indeß ihre Einwilligung nicht, weil man ihr, obschon fie von den Unbesonnenheiten des Prinzen gehårt, doch auch manches von seinen Tugenden erzählte, und nicht unterließ , feinem Edels muthe und Gefühle das Wort zu reden. : *Doch muß man hierbei auch noch bemerken, daß die Prinzessin ihren künftigen Gemahl weder liebte, noch lieben

konnte, da ihr Herz einem jungen Deutschen Prinzen gehörte, dem sie ihre Hand nicht hatte geberi können. Der, damalige Zustand ihres Gemüths kann nicht besser, als mit ihren eigenen Worten ausges drůdt werden.

Sie schrieb felbft unterm 28. Nov. 1794 in einem Brief an eine Freundin Folgendes: „Sie nehmen Antheil an meinem Geschię. Ich stehe eben im Begriff, in eine ewige Verbindung mit meinem Better, dem Prinzen von Wales, zu tres ten; feinen Edelmuth achte ich, und seine Briefe zeigen von einem sehr gebildeten und lauteren Ges fühle. Mein Dheim ist ein guter Mann, und ich liebe ihn fehr; allein ich fühle, vaß ich nie glücklich feyn werde. Meinen Neigungen, Gesellschaften, Freundinnen, und allem, was mir theuer und werth ist, en trissen, soll ich eben eine immerwährende Ber: bindung eingehen? Ich fürchte die Folgen. Ich Tchaße und achte zwar meinen zukünftigen Gemahl und hoffe auf sein Wohlwollen und seine Aufmerts samkeit; doch leider sage ich mir oft, daß ich ihn nie mit Inbrunst werde lieben können. Ich bin gleichgültig gegen meine Heirath, bin ihr aber nicht abgeneigt; manchmal denke ich sogar, noch glüdlich

zu werden ; obwohl ich fürchte, daß meine Freude darüber nicht allzugroß fenn wird. Den Mann meis ner Wahl kann ich nun einmal nicht erlangen, und ich ergebe mich selbst in mein Geschid. Jegt lege ich mich gar sehr auf die Englische Sprache ; ich bin mit ihr vertraut; allein ich wünsche, Tie fließend zu reben. Gewis werde ich mich bemühen, meinen Ges mahl glüdlich zu machen, und ihn für mich zu ges winnen, sobald das Geschic wil, daß ich Prinzessin von Wales werde."

Dem Inhalte dieses Briefes gemäß, widmete die Prinzessin, ehe sie ihr Vaterland verließ, einen großen Theil ihrer Zeit der sorgfältigen Erlernung der Englischen Sprache, und machte reißendschnelle Fortschritte. Der Prinz von Wales sagte ihr' bei der Unkunft recht viel Schönes über die Leichtigkeit und Bestimmtheit, mit der sie sich ausdrú&te, und werklärte bei seiner Ehre, daß keine Englånberin fie übertreffen könne.'' · Die erste officielle Undeutung von der beabsicha tigten Heirath erhielt das Publicum in der, den 30. December 1794, vor Sr. Majestät vor beiden Håusern des Parlaments gehaltenen Rede, worin er zugleich die Englische Nation um Unterstügung ers

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