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geftum des Pshels das Wort, obwohl er selbst mit dem Passe, den er vorgezeigt, vollkommen zufrieden gerdelen war. Unmittelbar vor des Herzogs Abreise von Paris bot er der Nationalversammlung zwei und eine halbe Million Livres, also ein Viertel seiner jährlichen Einkünfte, an, wofür ihm Neder und der Président der Nationalversammlung öffentlich Dane sagten.' .

. * :: - Der Prinz hielt fich, während der zwei oder drei folgenden Jahre, dorzüglich in Carlton House und Brightou auf, ohne fidji viet um die politischen Une. gelegenheiten zu bekümmern, die damals ganz England in Bewegung regten. Wahrscheinlich stimmten seine Gefühle mit denen seiner alten Freunde zusams men, von denen die meisten der Opposition angehöre ten. Beide Parteien lernten indeß durch die Erfah. cung, daß die Unterstúkung eines Kronerben nur von geringem Nußen gegen die Maßregeln der Regierung ist, nur Mißverständnisse zwischen, ihm und seinem Bater erzeugen, und die Freunde Sr. königl. Hos heit dem Könige nur noch verhaßter machen mußte. Obgleich aber der Prinz Fids ro von öffentlichen Ges schaften entfernt hielt, und dadurch in dem Stand Håtte seyn múffen, seine Angelegenheiten in Ordnung zu

bringen, wie es zu seinem eigenen Glúde sowohl, alo, får seinen Credit, am dienlichsten gewesen wäre, zu: mal er doch felbst die Versicherung gegeben, keine neue Schulden weiter zu machen, so überließ er sich doch wieder den schwelgerischen Bergnügungen det: früheren Jahre.

Die Verbindung mit Mrs. Figherbert dauerte nodo immer fort, und man sante aud), daß er mit Lady Jersen in der innigsten Verbindung stehe. Oba foon seine Schulden bezahlt, fein Haushalt vergrós Bert, sein Einkommen vermehrt und sein Palast vóla, lig in Stand gesetzt worden war, so war er doch weit entfernt, feine Verschwendung nach seinem Eins, kommen zu beschränken, so daß er von neuem une geheuere Schulden machte. Seine Glåubiger wurden laut; das gewöhnliche Benehmen seiner innigsten Freunde verbesserte sich nicht, und die öffentlichen Blåtter berichteten nur zu oft Abenteuer und Vors falle, die ebenso schåndlich, als niederträchtig waren. Der König, welcher, vermoge seiner Tugenden und einfachen Lebensart, ein abgefanter Feind jeder Zusa Idhupeifung und alles eiteln Tandes war, mußte nur zu tief von dem ergriffen werden, was er sah unb, hörte, und zuleft auf den Gedanten kommen, den

Prinzen zu verheirathen. Se. Majestát 'mar um ro mehr zu diesem Wunsche berechtigt, da der Herzog bon York, der im October 1791 eine Prinzessin von Preußen geheirathet, noch keine Kinder hatte, und auch noch kein anderer von seinen Söhnen in eine eheliche Verbindung getreten war. Se. Majestát spra: chen deßhalb sehr oft mit Pitt, welcher, der Mab: regel abgeneigt. Einwürfe dagegen erhob, wors auf der Monarch, der überhaupt keine Einwürfe in seinen Haublichen Angelegenheiten duldete, nicht ache tete, so daß der Minister die Leitung dieser wichtigen Angelegenheit den Händen Sr. Majestát gånzlich überließ.

Es kann uns nicht Wunder nehmen, daß bel des Prinzen zeitherigem Benehmen ihm eine Verheir rathung verhaßt fenn mußte. Da er so lange über die Şerzen einiger der schönsten und gebildetsten Frauen seines Landes goherrscht hatte, po schien es nicht leicht, fein Gemåth zu vermogen, an den Einschränkungen der The Gefallen zu finden, oder sie sogar mit Ges duld zu ertragen. Uußerdent war aber auch seine Verbindung mit Mrs. Fisherbert ein sehr großes Hinderniß. Nicht allein war ihe der Prinz wirklich fehr jugethan, sondern man kann nuch annehmen,

daß fie ihren ganzen Einfluß angewendet haben wird, ihn von einer Heirath abzuhalten, durch die ihr Uns sehen, Einkommen, Rang. und ihre Glückseligkeit natürlich fehr große Gefahr laufen mußten, und man kann sie deßhalb eben nicht tadeln, daß sie den Prinzen von einem solchen Plane abzulenken sich bemühete. Indeß muß man auch eingestehen, daß, nachdem der Prinz wirklich verheirathet war, sie sich auf eine sols dhe Weise benahm, daß die Prinzessin von Wales-ge= nothigt wurde, von ihr in freundlichen Uusdrůden zu reden. Sie gab sich seitdem keinesweges Mühe, irgend einen Einfluß auf den Prinzen auszuüben, und obschon die Verbindung zwischen beiden in der Folge erneuert wurde, so geschah es doch mehr auf feinen Wunsch, als daß fie danach verlangt håtter

Wahrscheinlicherweise würde der Prinz, deffen allgemein bekannte Bewunderung des schonen Ge schlechts ein mächtiges Hinderniß gegen eine unaufIdbliche Verbindung mit einer einzigen Person war, nie in einen solchen Schritt gewilligt haben, båtte er nicht unglücklicherweise eine solche Menge von Schulden gehabt, daß er sich felbst gedrungen fühlte, den König und Pitt um Beistand anzurufen. Gez tviß ist es, daß er klar cinsah, wie es hier kein

anderes Hülfemittel , als die Heirath, gåbe, in die. er zuleßt willigte, als man seine Schulden zu bezah. len versprach.

. .. Sowie, aber der Gedanke von des Prinzen Bers måhlung ein Gegenstand der Erörterung in der kds niglichen Familie wurde, war auch die Wahl der Person, welche in Zukunft Königin dieser Reiche wers den sollte sin Hauptpunct, und es schien ebenso nas türlich, irgend eine Prinzeffin dazu zu wählen, gegen deren Rang, Character, Reize und Bildung fidh nicht das Mindeste einwenden ließe , und die im Stande wäre, die Liebe und Uchtung ihres königlia chen Gemahls zu erlangen. Man hat.: allen: Grund, zu glauben, daß die Königin vorläufig eine Nichte ihres Hauses vorgeschlagen habe, gegen die man durchaus keinen Einwurf machen konnte, und daß diese keine andere war, als die ebenso schöne und reich ausgestattete Prinzessin Louise von MecklenburgStrelik, die nadımalige heldenmüthige und beklageno werche : Königin von Preußen. Wenn irgend eine Frau die Neigung eines solchen Prinzen, als Se. . nigliche Hoheit damals war, hatte fesseln können, so håtte hoffentlich diese hochbegabte Prinzessin einen ro wünschenswerthen Gegenstand erreichen können. Der

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