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von Canterbury, auf das Feierlichste vollzogen, und das Volk nahm den lebhaftesten Untheil daran; ja selbst in den entferntesten Theilen des Reichs erregte die Nachricht von der Verheirathung des Prinzen die größte und ungeheucheltste Freude.. i

Unglüdlicherweise war diefes anscheinende Glúd nur von kurzer Dauer; denn wenige Tage nach der Verheirathung erfuhr die Prinzessin, daß Lady Ser: fer mit dem Prinzen auf einem sehr vertrauten Fuß lebe, daß sie durch falsche und beleidigende Erbich. tungen Fein Gemüth gegen sie aufgebracht habe, und „daß jene in der That, die Prinzessin von Wales aber nur dem Namen nach seine Gemahlin fet." Jeden Tag erhielt sie mehr Beweise darüber, und fie gab der Prinzen unverholen ihr Miffallen an der Lady zu erkennen.' Diese Erklärung nahm ei mit sichtbarem Mißvergnügen auf und zeigte laut die aufrichtigste Freundschaft für die : Lady; allein wenige Worte waren damals noch hinlänglid, gut Beilegung des Zwistes gewesen. .

Da eß nun eine von den wesentlichsten Bedins gungen gewesen war, unter der der Prinz feine Zus stimmung zu der beabsichtigten Verheirathung gegeben hatte, daß er von seiner Schuldenlast befreit würde,

to rendete Se. Majest&t am 27. Uprit 1797 eine Botschaft an beide Häuser, worin er ihre Lonalität und ihren Eifer in Anspruch nahm, für den Prinzen und seine Gemahlin eine ihrem Range und ihrer Würde gemäße Einrichtung zu bestimmen. Indeß bemerkte 'er dabei, daß der Vortheil eines von ihnen bewilligten und vergrößerten Jahrgehalte6 nur erst dann dem Prinzen gesichert werden könnte, wenn seine zeitherigen Schulden getilgt waren; daß daher Se. Majestat vorschlüge, einen Theil jener Eintünfte, die dem

Prinzen bewilligt wurden, und auf eine gewisse Zeit auch die Einkünfte von dem Herzogthum Cornwall dazu zu bestimmen, wobei er zu gleicher Zeit noch feine Bereitwilligkeit hinzufügte, eine geeignete und regelmäßige Ordnung in des Prinzen fünftigem Sauge halte eintreten zu lassen und darüber zu wachen, daß er nicht wieder in Schulden verwidelt würde. : Diese Mittheilung wurde in einer Zeit offentlis chen Unglüds gemacht, wo die Unzufriedenheit des Polts gerade den höchsten Gipfel erstieg, und es ist daher nicht zu verwundern, daß fie unter denen zu teiner Partei gehörigen Mitgliedern des Unterhauses großen Eindruc machte. 2016 nun Pitt auf einen Xubschuß antcug, der des Königs Botschaft in Er:

wegung ziehen rolle, that Obrist Stanleyi Mits glied von Lancashire, den Vorschlag, das, was den 24. Mai 1787 in Beziehung auf die frühere Bee zahlung des Prinzen Schulben an das Haus ges sendet worden sei, jegt noch einmal vorzulesen. Da dieß geschab, folgten sehr lebhafte Debatten und endlich Vertagung. : Während die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Debatten im Parlament über diesen Gegenstand gee richtet war, verließen mannichfaltige Schriften die Presse, die sich in niedern, Schmåhungen über den Pringen von Wales ergossen. Dennoch nahm der General - Anwalt keine Kenntniß davon, um die Verfasser dieser sich sehr schnell verbreitetenden Schrifs ten, zur Bestrafung zu ziehen, weil die Fran. zösische Revolution an und für sich schon die Gemús ther sehr aufgeregt hatte. • Um 14. Mai waren die Schulden des Prinzen abermals Gegenstand der Berathung. Pitt stellte die Nothwendigkeit einer nachträglichen Erhöhung der Einkünfte des Prinzen nach seiner Verheirathung, und einer Leibrente für Ihre königl. Hoheit dar. Dieß waren die einzigen Gegenstande, welche der Luss schuß in Erwägung ziehen sollte. Das Einkommen

bet Prinzen habe damals jährlich, die aus dem Here jogthum Cornwall nicht mitgerechnet, welches ungefähr 13,000 Pfund jabrl. abwarf, 60,000 Pfund betra: gen. Funfzig Jahre früher hátte rein Großvater, der Prinz von Wales, reine 100,000 Pfund, das Herz zogthum Cornwall dazu gerechnet, gehabt, und ahtzig Jahre früher sein Urgrofivater, der Prinz von Bales, ohne jenes Herzogthum 100,000 Pfund; und daraus wurde das Unterhaus wohl abnehmen, daß Sr. königl. Hoheit eine bedeutende Summe nöthig hab?, felbst wenn er nicht mit Schulden belastet sei. Der Unterschied der Ausgabe betrüge gegen frühere Zeiter, jegt seiner Meinung nach ein Viertel des ganzer Einkommens, und er schlüge demgemäß vor, daß die jährlichen Einkünfte. Sr. königl. Hoheit, dar Herzogtsum Cornwall ungerechnet, 125,000 Pfund betragen müßten. Auch wäre dieß nichts mehr, als was der \usschuß geneigt seyn möchte, dem Prinzen nach seiner Verheirathung, die von ihnen mit ro gros Bem Frohloéen aufgenommen worden, wohl bewilligt haben würde. Hiermit, reßte er hinzu, ist die gegenwärtige Frage erledigt; was aber die darauffolgenden Einrichtungen betráfen, fo berechne er die Vorbereis tung zur Permchlung, zu Juwelen und Silberges schirr, auf 27 bis 28,000, und 26,000, um den Ausbau von Carlton House zu beendigen. Das Leibgeding der Prinzessin betrage jährlich 50,000 Pfund; die Schulden Sr. königl. Hoheit aber, die túnftighin Gegenstan) der Untersuchung werden würden, ihåge er auf 630,000 Pfund; doch wireu darunter einige, wo die Prinz für feine beiden Brüder Bürgschaft geleistet habe. Was aber ihre Bezahlung anbetráfe, so was ren diese Schulden von einer solchen Art, daß keine Last für das Volk daraus erwachsen würde. Er wünsche auch das Gefühl des Unterhaused in Unsprach zu nehmen, wie Se. königl. Hoheit am leichtrsten von Schulden befreit werden könnte, und sei abers jeugt, daß, ehe das Haus irgend einen Schritt zu ihrer Bezahlung tháte, fie eine genaue Kenntriß das von erlangen módhten, und er frage deßhalb an, ob das Haus, einen geheimen Husschuß fordere oder ob (8 vorzoge, daß das Ganze auf andere Weise abges macht werde. Was man aber auch bethließe, ro würde es nöthig reyn, Vorsorge zu treffn, daß der Prinz keine neue Schulden machen důre; die alten aber könnten zum Theil aus den Cinkünften des

Herzogthumb Cornwall, zum Theil aber auch von (den 25,000 Pfund allmålig abgetrigen werden, die

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