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о.

О ist das logische Zeichen für das besondere verneinende Urteil („negat 0, sed particidariter"). Aus lauter verneinenden Prämissen folgt nichts („ex were negating nihil sequitur"). Vgl. A.

Oberbegriff s. Terminus.

Obersatz (maior) s. Schluß.

Obertöne sind die einen Grundton begleitenden höheren Teiltöne des Klanges, welche die Klangfarbe des Tones herstellen. Vgl. Gehörsinn.

Object (obiectum, àvrixeifievov, „Gegenwurf", das Gegen-Stehende): Gegenstand, Sache, Ding (s. d.). Zu unterscheiden sind zunächst Objecte des Handelns, Wollens und Objecte des Erkennens (Denkens, Wahrnehmens). Im allgemeinsten Sinne ist Object oder Gegenstand das Correlat. zur subjectiven Tätigkeit, das, worauf sich diese „richtet", das vom Tun und Wollen in Angriff Genommene, zu Bearbeitende, zu Realisierende. Das (praktische) Object ist „Object" durch eine Willens-Setzung, Willens-Position. Der Wille, das Tun, schafft sieh, wählt sich strebend, bestimmend, zweckseteend, sein Object, macht einen (an sich noch indifferenten) „Stoff" zum Gegenstande, zum concreten, bestimmten M'illensinhalt, Willensziel. Da nun das Denken (Erkennen) selbst eine (Willens-) Tätigkeit ist, so ist das Erkenntnis- oder Denkobject zunächst ebenfalls nichts anderes als dasjenige, worauf sich das Erkennen, der Erkenntniswille, die auffassend-verarbeitende Geistestätigkeit richtet, indem sie einen (an sich noch unbestimmten) „Stoff" zum bestimmten Gegenstand der Aufmerksamkeit erhebt und ihn intellectuell formt, gestaltet. „Object" ist in jedem Falle, im praktischen wie im theoretischen, ein Reflexionsbegriff (s. d.), entstehend aus dem bewußten Beachten der (ursprünglich angelegten, zugleich immer mehr hervortretenden) Scheidung der Gesamterfahrung in zwei Factoten, Momente, Seiten. Das Percipierende, Appercipierende als solches ist .Subject (s. d.), das Percipierte, Appercipierte Object, im und mit dem (wenn auch nicht durch den) Act de» Erkennens: kein Object (als Object) ohne Subject — aber auch kein Subject (keine subjective Tätigkeit) ohne Object. — Der Begriff des Objectes ist aber damit noch nicht erschöpft. Erkenntnisobject im weitesten Sinne ist alles aus dem Flusse der Erlebnisse durch die Aufmerksamkeit Herausgehobene, es wird zum Objecte mehr oder weniger willkürlich gemacht. Es gibt aber auch eine Object-Setzung ohne, ja wider AVillen, und die allgemeinste,

PhilosopbUcbei Wörterbuch. 2. Aufl. II. . 1

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constanteste Art derselben ist die Setzung der Objecte der Außenwelt. Von Anfang an fühlt sich das Ich, das Erlebende, in seinem Sein und Tun „von außen" (d. h. nicht durch sich selbst bestimmt) „afficiert", modificiert, es fühlt sich wahrnehmend in seinem Tun, Wirken, Wollen gehemmt, es erfährt einen constanten Widerstand. Dieser Widerstand wird psychologisch in Complexen von Wahrnehmungsinhalten, später in gesetzmäßigen Zusammenhängen von Erfahrungsinhalten überhaupt localisiert. Instinctiv-associativ deutet das Ich den erlittenen Widerstand als Wirkung eines activen „ Wider-Stehens", indem die Ähnlichkeit der Ding-Complexe mit seinem eigenen Lcib-Oomplexe (dem directen Object) es veranlaßt, die eigene „Innerlichkeit", Subjectivität, Activität in das Wahrgenommene hineinzulegen (s. Introjection). So sind die Objecte der Außenwelt mehr als Vorstellungen, auch mehr als Vorstellungszusammenhänge, d. h. sie bedeuten, vertreten „transcendente Faetoren" (s. d.), die, ursprünglich dem eigenen Willen des Ich analog gedacht, später, im Fortgange der wissenschaftlichen Entwicklung, zu abstracted, qualitativ unbestimmt gelassenen „Kräften" (s. d.) werden. Die Einzelwisscnschaft als solche muß danach streben, den Objecten immer mehr den Charakter constan ter, vom Subject unabhängiger gesetzmäßiger Zusammenhänge von wirklichen und (noch) möglichen Erfahrungsinhalten zu geben und die transcendenten Faetoren, das nichtwahrgenommene Innensein der Objecte, das nicht selbst objeetiv, zum Object wird, sondern auf naiv-ursprünglicher Stufe „mtrojiciert". auf philosophisch-wissenschaftlicher denkend gesetzt, postuliert wird, der Metaphysik überlassen. Die Naturwissenschaft (s. d.) hat es nur mit den abstract-begrifflichen, erfahrungsmäßig-positiven Bestimmtheiten der Objecte, nicht mit der absoluten Wirklichkeit zu tun. Die Setzung transcendenter Faetoren ist erkenntniskritisch berechtigt, weil sie 1) logisch nicht (auch vom Idealismus nicht) zu umgehen ist, 2) weil die Annahme fremder Ichs, Subjecte sie schon einschließt und fordert, 3) weil nur durch sie die Tatsache der Erfahrung überhaupt begreiflich wird. Die Überzeugung von der unabhängigen Existenz der Objecto bedeutet in erster Linie die Unabhängigkeit der gesetzmäßigen Zusammenhänge der Erfahrungsinhalte vom Willen, von der Willkür des Ich, und dazu noch den Glauben an die Selbständigkeit, an das In-sich-sein, Für-sich-sein der den objeetiven Inhalten introjicierten Faetoren (der Ich-Analoga, Gegen-Ichs). Bestärkt wird diese Überzeugung durch die Erkenntnis, daß die Mitmenschen so wie wir über das Vorkommen und Bestehen der Objecte urteilen, sie auch in unserer Abwesenheit wahrnehmen, setzen müssen, u. dgl. (socialer Factor des Außenweltbcwußtseins). — Ursprünglich unterscheiden wir nicht zwischen Object und Vorstellung, das Vorgestellte gilt als Object, als „Gegebenes". Später wird auf die Tatsache des Vorstellens, Wahrnehmens geachtet, die Vorstellung) (s. d.) gilt nun als Vertreter, Zeichen des Objectes, das immer über das momentan Empfundene, Wahrgenommene hinausreicht, zugleich als Zeichen, Wirkung transeendenter Faetoren.

Bezüglich des Terminus „obiectum" ist zu bemerken, daß bei den Scholastikern das intentionale (s. d.) Object den vorgestellten, gedachten, gemeinten Gegenstand bedeutet, während später unter „obiectum" vorzugsweise das Ding außer der Erkenntnis, das Reale, das An-sich ¡(„subiectum" der Scholastiker) verstanden wird (s. Objeetiv). — Auoistinus hat „rem illain obieetam semsui" (De trink. XI, 2). Thomas versteht unter Object einer Tätigkeit die „materia circa quam", das „opposition, subieclum" (Sum. th. I, 1, 7 c). Es gibt „obieetum formale" und ,,ma(eriale" (1. с I. II, 60, 10 b 2). „Obicctum voluntatis" ist das Gute (1. с I, 48, 5). — Bei Eckhart heißt Object „Widerwurf", bei J. Böhme „Gegenwurf*'. Melanchthon nennt „lux et color11 die „propria obieeta" des Gesichtssinnes (De an. p. 159 a). Nach Goclen ist „obieetum", „quod se obicit et praesentat potentiae operanti rel circa quod operaiio versatur, rcl in quod fertur potentia quoeunque modo" (Lex. philos, p. 270). Micraelius erklärt: „Obieetum est subieetum, circa quod aliquid versatur." Das „obieetum" ist „per se" oder „per aeeidens", „proprium", „primarium", „sceundarium", „maleriale", „formale" u. s. w. (Lex. philos, p. 729). — Campanella spricht von „obieeta externa", „moveri et immulari ab obiectis" (Univ. philos. II, 2, 1; II, 5, 2). Bei Hobbes ist „obieetum" das Ding, welches Empfindungen in uns bewirkt (De corp. C. 25, 2), der Körper (1. с. С. 25, 10). „Causa sensionis est externum corpus sive obieetum" (Leviath. I, 1). Infolge des „conatus versus externa" erscheint das „phantasma" als „aliquid situm extra Organum" (De corp. IV, С 25, 2). Descartes hat: „In obiectis hoc est in rebus, qualescumque demum illae sint, a quibus sensus nobis advenu" (Princip. philos. 70). „Perceptirmes . . . quod quasdam referamus ad obieeta externa, quae sensus nostroe feriunt" (Pass. an. I, 22). „Sensaliones, quas sie refer imus ad obieeta, quae tupponimus esse earum causas" (1. с. 23). Bayle definiert: L'objet est ce ä quoi tendent les actes de quelques facultés" (Syst. de philos, p. 40). Herbert Ton Cherbdry definiert: „Obieetum id vocamus, a quo utcumque facultas aliqua análoga affici rel immutari potest" (De verit. p. 91). Leibniz unterscheidet innere und äußere Objecte. Die Vorstellung ist „objet immédiat interne", „cet objet est une expression de la nature ou des qualités des choses" (Nouv. Ees. I, ch. 1). „Nos sens externes nous font connaître leurs objets particuliers, comme sont les couleurs, sons, odeurs" (Gerh. VI, 488; vgl. Erdm. p. 222). Chr. Wolf erklärt: „obicctum" als „ens, quod terminât actionem agentis, ttu in quo actiones agentis terminaniur: id adeo aetionis quasi limes sit" I'Ontol. § 949, vgl. damit die FlCHTEsche Bestimmung mit idealistischer Wendung). Crusius bestimmt: „Wenn etwas vorhanden ist, worinnen durch die Action etwas hervorgebracht wird, so heißt dasselbe das Object." Objecte sind ferner die „Originale" unserer Begriffe (Vernunftwahrh. § 65). — Weiteres s. unten.

Im folgenden werden zwei Probleme historisch vorgeführt. 1. Problem: Was sind, was nennen wir die „Ob/ecte" des Erkennens, welche Beziehung besteht zwischen Vorstellung (Bewußtsein) und Object? Der Realismus (s. d.) hält die Objecte (als Dinge, s. d.) für real, im Sinne der Transcendenz, der Verschiedenheit von der Vorstellung; der Idealismus (s. d.) sieht in den Objekten: a. Vorstellungen, b. Vorstellungscomplexe, с gesetzmäßige Zusammenhänge, Synthesen von Erfahrungsinhalten ev. mit Hindeutung auf ein „An-sich". Vorstellungen (s. d.) vertreten Objecte (Repräsentationstheorie) — Vorstellungen sind Objecte, werden zu solchen (Objectivationstheorie). 2. Problem: Worauf beruht das Außenweltsbewußtsein (в. d.), was ist der Grund unseres Glaubens an die Existenz von Objecten? Lösungen: a. Das Außenweltsbewußtsein beruht auf (directer) Wahrnehmung (s. d.), b. auf (bewußtem oder unbewußtem) Schluß von der Wirkung auf die Ursache, с auf instinetivem Glauben, d. auf ursprünglicher Correlation von Subject und Object, e. auf einem (bewußten oder unbewußten) Urteil, f. auf einem besonderen Bewußtsein der „Repräsentation", der „Trans

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